23. Mai 2016

Parkett ölen oder lackieren: Was ist besser?

Beim Verlegen von Parkettboden kommt es auf die Wahl des geeigneten Holzes und die richtige Art der Verlegung an. Genauso wichtig ist aber auch die sich daran anschließende Veredlung der Oberfläche. Die Oberflächenveredlung schützt den Parkettboden vor Feuchtigkeit und Schmutz und gibt ihm gleichzeitig ein sehr individuelles Aussehen.

Ein neuer Parkettboden lässt sich mit Öl oder Wachs imprägnieren oder mit einem speziellen Lack für Parkett versiegeln. Was das Beste für Ihr Parkett ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Sie sollten Pro und Kontra abwägen und dann die für Sie richtige Entscheidung treffen.

Wir geben Ihnen hier einen Überblick was die Aspekte Pflege von Parkett, Kratzer und Aussehen sowie Umweltprobleme bei der entsprechenden Behandlung des Parkettbodens betrifft, die Ihnen sicherlich helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

 

Pflege von Parkettboden

Bei beiden Arten der Veredelung ist der Aufwand für die Pflege in etwa gleich hoch. Sowohl ein gewachster oder geölter als auch ein versiegelter Parkettboden muss durch Saugen oder Fegen regelmäßig vom Schmutz gereinigt werden. In regelmäßigen Intervallen besteht dann auch noch erhöhter Pflegebedarf.

Normal beanspruchtes Parkett ist im Abstand von maximal sieben Tagen zu reinigen. Zweimal jährlich ist eine Pflegemaßnahme notwendig und im Abstand von zwei Jahren eine Grundreinigung. Bei geölten oder gewachsten Böden kommt dabei idealerweise Holzseife zum Einsatz oder ein Spezialpflegemittel für Parkettböden.

Etwas komplizierter ist die Pflege bei geölten Böden. Die Unterhaltspflege und die Grundreinigung sind immer mit einem Nachölen mit entsprechendem Pflegemittel abzuschließen. Das nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch. Zudem muss der Parkettboden danach etwa acht Stunden trocknen. In dieser Zeit darf er nicht genutzt werden.

Bei versiegelten Parkettböden ist die Pflege etwas einfacher. Das zum Einsatz kommende Pflegemittel ist nach einer Stunde getrocknet und der Boden lässt sich wieder nutzen.

 

Kratzer im Parkettboden

Ein lackierter Boden ist versiegelt, ein geölter Parkettboden hingegen lediglich imprägniert. Somit hat der lackierte Boden eine Schutzschicht, die das Holz vor Schmutz, Nässe und Kratzern schützt. Ist der Parkettboden geölt, besteht dieser Schutz so nicht. Die Oberfläche des Parketts ist Belastungen jedweder Art direkt ausgesetzt.

Kratzer im Boden lassen sich jedoch relativ einfach ausbessern. Mit Schleifpapier und einem Naturöl lassen sich kleinere Kratzer problemlos beseitigen. Zudem hat ein geölter Boden den Vorteil, dass selbst bei größeren Schäden im Parkett nicht der gesamte Boden abzuschleifen und neu zu versiegeln ist. Häufig reicht es, den Boden gut nachzuölen. Bei größeren Schäden im lackierten Holz kommt man in der Regel über eine neue Versiegelung nicht herum.

Geht es um die Optik des Parkettbodens, bieten Lacke und Öle verschiedene Möglichkeiten, wenn es um den Glanz oder die Holzfarbe geht.

Wer sein Parkett regelmäßig und gewissenhaft pflegt, dem ist eine unbegrenzte Lebensdauer garantiert, egal ob de Boden gewachst oder geölt ist.

 

Das Aussehen

In Bezug auf das Aussehen sind Lacke oder Öle für Parkett unterschiedlich flexibel. Bei den Lacken gibt es große Auswahl hinsichtlich des Glanzes, der matt, halbmatt oder glänzend zu bekommen ist. Beim Ölen lässt sich der Glanz des Bodens nicht bestimmen, aber dafür lässt sich das Holz einfärben. Es gibt farbige Öle, mit denen sich das Holz in beliebigen Nuancen einfärben lässt. Das Streichen sollte jedoch immer ein Fachmann übernehmen. Diese Farböle geben dem Holz nicht nur neue Farbe, sondern sie verleihen dem Parkettboden gleichzeitig Schutz gegen Schmutz, Feuchtigkeit und Kratzer oder anderen Beschädigungen.

 

Raumklima und Aussehen des Bodens

Was Aussehen und Raumklima betrifft, ist ein geölter bzw. gewachster Boden gegenüber dem versiegelten Parkett klar im Vorteil. Beim Ölen entsteht keine neue Schicht auf dem Boden. Das Öl dringt in tiefere Holzschichten ein, arbeitet mit und lässt das Holz weiter atmen, was im Raum spürbar ist.

Ein lackierter Parkettboden bildet dagegen eine separate Schutzschicht. Trotzdem lässt sich die Natürlichkeit des Holzes spüren und der Raum bekommt eine angenehme Atmosphäre.

 

Umweltaspekte berücksichtigen

Ob das Parkett lackiert oder geölt werden soll, ist auch vom Umweltbewusstsein abhängig. Welche Methode umweltfreundlicher ist, lässt sich nur bestimmen, wenn die Zusammensetzung des gewählten Produktes bekannt ist.

Öl oder Wachs mit einem Giscode Ö10 ist besonders umweltfreundlich, weil es aus reinen Naturstoffen besteht und frei von Lösemitteln ist. Für Mensch, Tier und Umwelt sind diese Öle vollkommen unbedenklich.

Öle mit Giscode-Werten über 10 enthalten Lösemittel, die sich in einer stärkeren Geruchsbelastung zeigen.

Moderne Lacke für Parkett sind mittlerweile sehr umweltfreundlich und für die Gesundheit unbedenklich. Fast alle basieren auf Wasser und haben einen Anteil von Lösemitteln, der maximal 15 Prozent beträgt, was sie in puncto Gesundheit unbedenklich macht.

 

Resümee

Jede Art der Veredelung von Parkettboden hat Vor- und Nachteile. Ein lackierter Boden ist unempfindlicher gegen Kratzer und leichter zu pflegen. Dafür bietet ein geölter Parkettboden eine bessere Atmosphäre im Raum und ist natürlicher.

Wofür man sich entscheidet, hängt im Wesentlichen von den persönlichen Vorlieben ab und von den Erwartungen, die der Besitzer an seinen Parkettboden hat.