23. Mai 2016

Parkettrenovierung – Welche Kosten kann ich steuerlich absetzen?

Haus- und Wohnungseigentümern ist es in Deutschland gestattet, pro Jahr maximal 6.000 Euro für bezahlte Dienstleistungen im Rahmen ihrer Einkommenssteuererklärung geltend zu machen. Allerdings rechnet das zuständige Finanzamt nicht die gesamten Kosten für die Renovierung des Parkettbodens an, sondern ausschließlich die Arbeitskosten als sogenannte Handwerkerdienstleistungen.

Konkret heißt das, dass immer nur der Teil der Rechnung absetzbar ist, der die Arbeitskosten umfasst. Die Rechnung des Handwerkers muss in Material- und Arbeitskosten unterteilt sein, wie das auszusehen hat, steht im Einkommenssteuergesetz.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

1. Die Handwerkerrechnung ist immer in Form einer Überweisung zu bezahlen. Barzahlungen gegen Quittung akzeptiert das Finanzamt nicht, weil diese sich später nicht nachvollziehen lassen.

2. Pro Kalenderjahr liegt die Obergrenze bei 6.000 Euro

3. Absetzbar ist nicht die Komplettrechnung, sondern nur der Teil, der für die Dienstleistung anfällt. Der Steuerzahler kann zusätzlich auch die Kosten für An- und Abfahrt, für Hilfsstoffe und Maschinenkosten angeben, die sind jedoch in der Regel in der Rechnung nicht extra ausgewiesen.

Wie hoch ist die Minderung?

Das Finanzamt rechnet folgendermaßen: 20 Prozent der Aufwendungen pro Jahr für Renovierungs- und Handwerksleistungen sind anrechenbar. Geht man von 6.000 Euro als Höchstbetrag aus, sind es 1.200 Euro, die sich direkt auf die Steuerlast auswirken.

Wer darf Handwerkerleistungen für die Parkettrenovierung absetzen?

Ausschließlich Eigentümer von Wohnraum, die diesen auch selbst nutzen, dürfen die Handwerkerkosten für die Parkettrenovierung im Rahmen der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Das FA erkennt die Kosten nicht an, wenn der Eigentümer nicht selbst in der Wohnung oder dem Haus wohnt und auch nicht, wenn es sich um eine gemietete Wohnung handelt. Eigentümer, die vermieten, dürfen die Gesamtkosten für die Parkettrenovierung im Jahresabschluss angeben.

Welche Kosten sind nicht absetzbar?

Nicht absetzbar sind die Kosten für Material, das wichtig für die Arbeit ist. Dazu gehören ein neu verlegter Teppichboden, neues Parkett oder beim Abschleifen lassen von Parkett, die spätere Versiegelung.

Beim Bundesfinanzministerium gibt es eine Liste mit anerkannten absetzbaren Handwerkerleistungen.

Wie sind die Kosten für das Abschleifen von Parkett aufzulisten?

Dem Finanzamt reicht es aus, wenn die Kosten für das Abschleifen prozentual aufgeschlüsselt sind. Für den Dienstleister heißt das, dass er zum einen den Arbeitsanteil prozentual aufschlüsselt, die Gesamtrechnung erstellt und dann den Anteil der Mehrwertsteuer ausweist.

Zum Beispiel:

Kosten für die Renovierung von Parkett: 1188,81 € inklusive Mehrwertsteuer
Nettokosten: 999 €
Anteil Arbeitskosten: 65 Prozent, 649,35 €
Anteil Mehrwertsteuer: 123,38 € (19 % aus 649,35 €)

Unter der Rechnung steht dann: Die Rechnung beinhaltet Arbeitskosten in Höhe von 649,35 EUR davon sind 123,38 € Mehrwertsteuer.

Welches Datum ist für den Fiskus entscheidend?

Für das Finanzamt ist das Datum, an dem die Rechnung bezahlt und nicht das Datum an dem die Rechnung gestellt wurde von Bedeutung. Für den Steuerzahler heißt das, wenn solche Dienstleistungen zum Ende eines Jahres erbracht werden, ist darauf zu achten, dass die Rechnungslegung so erfolgt, dass eine Bezahlung noch im selben Jahr möglich ist. Ansonsten können die Kosten für die Handwerkerleistungen erst zum Ende des darauf folgenden Jahres steuerlich geltend gemacht werden.

Was unbedingt zu beachten ist

Wenn die Rechnung für die Parkettrenovierung beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden soll, muss in der Rechnung stehen, an welchem Ort die Arbeiten stattgefunden haben. Ebenso muss das Datum der Leistungserbringung aus der Rechnung hervorgehen.

 

Möglichkeiten zum Absetzen der Handwerkerkosten für Vermieter

Die Renovierung von Parkett dürfen Vermieter nicht im Rahmen von haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Stattdessen haben Vermieter die Möglichkeit, die Leistungen als Werbungskosten für die Erzielung von Mieten und Pachten als Gesamtsumme einzutragen.

Bei Förderung durch die KfW ist keine steuerliche Absetzbarkeit möglich

Eigentümer, die für Modernisierungsmaßnahmen staatliche Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau nutzen, dürfen die Kosten für eine Parkettrenovierung nicht steuerlich absetzen. In der Regel trifft so etwas nur dann zu, wenn es sich um Umbaumaßnahmen wie Wärmedämmung handelt.